Common Resources
Aus CR
| Projekturheberin | |
|---|---|
| Name: | Social Impact |
| Ort: | Linz |
| Website: | http://www.social-impact.at |
| Social Impact arbeitet seit 1997 an exemplarischen Modellen zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Mit Methoden der Kunst & Aktionsforschung werden Handlungsrahmen marginalisierter Gruppen erweitert. | |
| Projektstatus: | in progress |
Zur Etablierung von Gegenöffentlichkeiten durch soziale Praxen wird ein Open Cultural Content Management System zum Wissenstransfer im Bereich intervenierender und partizipativer Kunstpraxen entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
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Projektbeschreibung
Das Projekt Common Resources (CR) dient der Offenlegung von Methoden, Strategien und Evaluationen partizipativer Kunstpraxen. Unterschiedliche Methoden werden dokumentiert, bei Einwilligung der UrheberInnen zu Commons erklärt und gemeinsam mit „do-to-lists“, Arbeitsunterlagen und Tipps zur Umsetzung veröffentlicht und somit Dritten kostenfrei zur Nutzung und Adaption zur Verfügung gestellt.
Die Ausgangsbasis der CR bilden ausgewählte Kultur- und Kunstprojekte aus dem oberösterreichischen Zentralraum. Nach Erfassung dieses Grundstocks wird die Ressourcensammlung veröffentlicht, steht online allen Interessierten zur Verfügung und lädt zur Offenlegung zusätzlicher Methoden ein. Die Website der CR basiert auf dem Media-Wiki und ermöglicht die unkomplizierte Dokumentation von Projekten und spätere Adaption bzw. Weiterentwicklung von bereits dokumentierten Projekten.
In weiterer Folge wird die CR durch aktive Recherche und Informationsarbeit zu einer umfassenden Methoden- und Strategiensammlung von Kunstpraxen im sozialen Raum anwachsen, die auch Praxen aus anderen Städten, Regionen und Staaten beinhaltet.
Die kostenfreie Offenlegung von Methoden und Strategien zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung bildet ein Gegengewicht zum gesellschaftlichen Mainstream der kommerziellen Verwertbarkeit von Archiven und manifestiert in der aktuellen Debatte um Softwarepatente und der fortschreitenden Monopolisierung von Wissen ein Gegenmodell. Die Philosophie von „Open Source“ wird in den Kulturbereich eingebracht.
Die CR dienen nicht nur der Anregung sondern auch der Weiterbildung und dem Erfahrungsaustausch innerhalb gesellschaftspolitisch engagierter Menschen und NGO´s.
Social Impact sieht die CR als konsequente Weiterführung der eigenen Arbeit, die sich der Bearbeitung soziopolitischer Konfliktfelder mit den Mitteln von Kunst und Aktionsforschung widmet.
Ausgangsbasis
Das Potential des Internets wird von einer Vielzahl alternativer Medien- und Vernetzungsprojekte genützt, um die in den bürgerlichen Medien unterbliebenen Nachrichten zu verbreiten und damit eine mediale Gegenöffentlichkeit aufzubauen. Hinter diesen Bemühungen steht oftmals ein lineares Kommunikationsmodell das unterstellt, dass Menschen, die nur lange genug die „Wahrheit“ hören, ihre Meinung ändern und sich gegen die herrschenden Verhältnisse wenden. Von Lovink wird diese Konzeption als Megaphonmodell bezeichnet , da sie einen kausalen Zusammenhang zwischen Information, Bewusstsein und Handeln unterstellt. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben aber gezeigt, dass ein auf die Übermittlung der „richtigen“ Informationen fixiertes Verständnis von Medien und deren Rezeption zu kurz greift. Es mangelt nicht an den Informationen oder an Informationsangeboten sondern an deren Folgenlosigkeit. D.h. ein Politikkonzept das hauptsächlich auf die Kraft der Gegenöffentlichkeit vertraut, führt nicht zu nachhaltigen Veränderungen.
Menschen sind nur dann bereit das Abbild der Realität anzunehmen, wenn sich ihnen gleichzeitig Handlungsperspektiven darbieten, wie sie die problematisierten Verhältnisse verändern können . Das Wissen um diese Handlungsmöglichkeit ist Voraussetzung für das Interesse an der Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Problematiken.
In einem umfassenden Konzept des sozialen und politischen Handelns bedarf es folglich der engen Verknüpfung der medialen-alternativen Informationspraxis mit sozialen Praxen, da Medieninformation erst im Kontext mit sozialen und politischen Handlungsmöglichkeiten zu politischem Mitgestalten führt.
Ziele
- Die CR dienen der Sammlung, Aufbereitung und Veröffentlichung von Methoden und Strategien sozialer politischer Praxen.
- Als Fundament der CR werden ausgewählte Projekte aus dem oberösterreichischen Zentralraum aufbereitet und dokumentiert.
- Den CR liegt eine Matrix zugrunde, die alle wesentlichen Bausteine der einzelne Projekte erfasst und eine übersichtliche Navigation durch die Projektdokumentationen bietet.
- Ein unkompliziertes Interface – basierend auf dem Media-Wiki - ermöglicht Dritt-UserInnen neben der Veröffentlichung eigener Projekte auch die Dokumentation von Adaptionen und Weiterentwicklungen von in den CR veröffentlichten Methoden.
- Zielgruppenspezifische Informations- und Öffentlichkeitsarbeit bewirbt das Angebot und sorgt für eine ständige Ausweitung der UserInnen und der Informationsangebote der CR.
- Die Webplattform der CR kann mit der Funktion "Diskussion" des Media Wiki auch als Forum für die NutzerInnen genützt werden (Tipps, Anregungen, Hilfestellungen, Vernetzung, TroubleShooting, Campaigning, …..). Ein eigener Newsletter informiert NutzerInnen über neue Eintragungen.
- Die Haftungs- und Nutzungsbedingungen für die Weitergabe und Adaption der Informationen des CRC werden mittels der Creative Commons Lizenz geregelt.
- Die Methodensammlung der CR wird mit alternativen Medien und Kommunikationsportalen verknüpft.
Zielgruppen
- gesellschaftspolitisch interessierte und engagierte Menschen und Personengruppen
- gesellschaftspolitisch engagierte NGO´s und NPO´s
- Initiativen aus dem migrantischen Bereich
- Kultur- und Kunstinitiativen
- Medien- und Kommunikationsplattformen
- EinzelkünstlerInnen und Kulturinteressierte
- StudentInnen- und SchülerInnenorganisationen
Methoden und Arbeitsweise
Informationsakquirierung / Recherche
Als Referenz zur Strukturierung und Aufbereitung der Daten dient Literatur aus dem Bereich Informationstransfer und Wissensmanagement. Ein Grundstock an in Frage kommenden Projekten wird recherchiert. Als Quellen dienen hierbei die Archive von Festival der Regionen, KUPF-Innovationstopf, Linz-Impulstopf, ARS-Electronica, Basis Wien, Rebel Art Festival, Transmediale, Illegal Art Archiv.
Nach einer ersten Vorauswahl wird der Kontakt zu den einzelne UrheberInnen hergestellt um deren Einverständnis einzuholen und die weitere Form der Zusammenarbeit bezüglich Informationsaufbereitung und –austausch zu klären.
Konzeptionsphase
Als Basis der CR dient das Media Wiki. Es ermöglicht das einfache Anlegen von Bild/Audio/Video-Archiven, Verknüpfungen, Links und Downloads. Die Daten werden in einer relationalen, leistungsfähigen Datenbank, basierend auf MySQL, gehalten und können per Webinterface eingegeben und geändert werden. Sämtliche eingesetzten Softwaretools sind Open Source-Programme.
Durch die Speicherung der Projekte in einer zentralen Datenbank kann innerhalb der CR z.B. nach beteiligten Initiativen, FördergeberInnen oder nach inhaltlichen Stichwörtern gesucht werden.
Zu jedem Projekt sollen nach Möglichkeit folgende Inhalte aufbereitet werden (vorläufiger Projektstatus 14. Feb. 2006):
- Projektziele und Methodenwahl
- Do-To-List
- Projekt-Outputs (z.B. Folder, Infomaterial, Videos, ….)
- Projektkosten und Finanzierungsmöglichkeiten
- Arbeitsaufwand und Tipps zur Organisationsstruktur
- Kritische Momente der Durchführung
- Evaluationskriterien und Projektevaluation
Die dokumentierten Projekte werden nach Mary Jane Jacob folgenden Kategorien zugeordnet (vorläufiger Projektstatus 14. Feb. 2006):
- aufzeigende Projekte (to raise awareness)
- unterstützende Projekte (to support existing initiatives and movements)
- partizipative Projekte (participatory practise / working on the community)
Die Weiterentwicklung bzw. Adaption von in den CR veröffentlichten Projekten ist durch eine Creative Commons License geregelt und verpflichtet zusätzlich die UserInnen, ihre Erfahrungen wieder in die CR einzubringen.
Damit UserInnen eigene Projektseiten anlegen oder bestehende Projektseiten weiterbearbeiten können, müssen sie sich bei der Webplattform CR anmelden.
Implementierung und Testphase
Die CR werden in Kooperation mit der Open-Source-Netzwerkfirma „X-Net“ entwickelt und implementiert. X-Net hat in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen im Content Management Bereich gesammelt, langjährige Projekte im kulturellen Bereich betreut und ist immer wieder als Sponsor von Kulturprojekten hervorgetreten.
Startphase, Wartung und redaktionelle Betreuung
Durch gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit wird das Angebot der CR in der Startphase beworben. Besonders wichtige Zielgruppen sind dabei gesellschaftspolitisch engagierte NGO´s und NPO´s, Initiativen aus dem migrantischen Bereich, Kultur- und Kunstinitiativen, Medien- und Kommunikationsplattformen, EinzelkünstlerInnen und Kulturinteressierte, StudentInnen- und SchülerInnenorganisationen.
Beiträge zu den CR werden in der Startphase redaktionell betreut, ein Support für Erst-UserInnen wird angeboten, ein Newsletter informiert über neue Einträge.
notwendige Spezialkompetenzen
- Implementieren und Anpassen des Media-Wiki inkl. der im Hintergrund anzulegenden Datenbank auf Basis MySQL
- Erfahrung in der Konzeption, Durchführung und Evaluation von Kulturprojekten
spezifische Herausforderungen
Bei jeder neuen Kommunikationsplattform ist gerade die Startphase von entscheidender Bedeutung. Hier entscheidet sich, ob die neue Kommunikationsmöglichkeit angenommen wird oder nicht. Intensive Betreuung und Bewerbung in der Startphase ist der kritische Punkt. Die CR werden erst online geschaltet, wenn eine ausreichende Anzahl an Projekten dokumentiert ist, um UserInnen und recherchierenden Personen examplarisch das Potenzial des Tools CR zu illustireren.
Der Mehraufwand der sich für Personen ergibt, die ihre Projekte mittels CR dokumentieren muss in Grenzen gehalten werden und die Aussicht auf größere Nachhaltigkeit des Projektes gesichert werden.
Als Erfolgsparameter gilt auch, wenn bereits in der Konzeption und Durchführung die spezifischen Projekte mitdokumentiert werden und praktisch in der Geschwindigkeit ihrer Umsetzung auch in den CR mitwachsen und publiziert werden.
KooperationspartnerInnen
- http://www.x-net.at X-Net Services, EDV-Consulting und Netzwerktechnologien GmbH
- http://www.stadat-sys.at Daten und Systemmanagement GmbH
Organisationsstruktur
Die CR werden vom Verein Social Impact im Rahmen der Vereinsarbeit betreut, die Finanzierung ist für die nächsten beiden Jahre gesichert. Die Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung bei der Betreuung des Projektes wird Herbst 2008 beginnen.
Mitwirkende und MitarbeiterInnen
Aktuell wird das Projekt von einer Mitarbeiterin des Vereins und einem Vorstandmitglied betreut. Im Ausmass von ca. jeweils 5 Wochenstunden werden interessante Projekte für die CR gesucht, Termine mit den UrheberInnen organisiert und die bereitgestellten Materialien gesammelt, aufbereitet und eingespeist.
Infrastruktur
Genützt werden 2 klassische Büroarbeitsplätze mit PC, Internet und Telefon. Der Serverspace der CR wird extern angemietet bei der Firma X-Net. X-Net leistet auch die Implementierung, Wartungs- und Sicherungsarbeiten der Website. Die Implementierung und die Adaption des Media-Wiki erfolgte extern durch die Firma StaDat-Sys.
Zeitrahmen
(Stand Juli 2007)
| Arbeitsphase | Zeitraum |
|---|---|
| Projektstart | Juli 2007 |
| Informationsakquirierung / Recherche | Juli – Sept. 2007 |
| Konzeptionsphase, Entwicklung und Programmierung des CMS | Okt. – Nov. 2007 |
| Projektdokumentation, Aufbereitung der Daten, Implementierung | Dez. 2007 – März 2008 |
| Test der 0-Version gemeinsam mit UrheberInnen | März 2008 |
| Berücksichtigung der Testergebnisse, Änderungen | April – Mai 2008 |
| Freischaltung der CR | Juni 2008 |
| zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit | Juni – Okt. 2008 |
| redaktionelle Betreuung / Support | Juni – Okt. 2008 |
| Projektevaluation, -dokumentation und –abrechnung | Okt. - Nov. 2008 |
Der aktuelle Zeitplan hat sich etwas nach rückwärts verschoben. Die CR werden beim ARS-Electronica Festival 2008 im Rahmen eines Workshops erstmals einer qualifizierten Öffentlichkeit vorgestellt (vorauss. 7. Sept. 2008). Zu diesem Zeitpunkt sollen bereits 5-10 Projekte publiziert sein.
Alle Anregungen und Verbesserungsvorschläge die beim Workshop in dies CR einfliessen werden im September eingearbeitet.
November 2008 werden die CR dann der Öffentlichkeit vorgestellt und eine Werbekampagne umgesetzt.
Finanzrahmen
FördergeberInnen
- gefördert auf Grund einer Juryentscheidung durch das Büro Linz Kultur im Rahmen von Linz_im_Puls
- gefördert auf Grund einer Juryentscheidung durch das Land Oberösterreich (Kulturabteilung u. Sozialabteilung) im Rahmen des KUPF-Innovationstopfes
Arbeitsunterlagen
Förderantrag des Projektes Common Resources (Stand 2005), eingereicht beim Linz_im_Puls Topf
- Media:foerderantrag-CR.pdf , pdf-Datei, 212 kB
- Media:foerderantrag-CR.sxw , Open Office 1.0 sxw-Datei, 1,3 MB
- Media:foerderantrag-CR.doc , Open Office-generierte Word-Datei, 1,3 MB
Evaluation / Nachhaltigkeit
Die Evaluation des Projektes kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht erfolgen (Erstevaluation frühestens Winter 2008/2009).
Zur Nachhaltigkeit: Das Projekt CR fördert die Nutzung des Aktionspotentials der Kunst zur Generierung von sozialem Mehrwert. Es wird ein Ressourcenpool zur Demokratisierung und Weiterentwicklung der Gesellschaft geschaffen, der in Verbindung mit den medialen Gegenöffentlichkeiten Handlungspotenzial für soziale und politische Praxen anbietet.
Durch das Copy-left-stellen der Methoden und Strategien wird ein ständig anwachsender Wissenspool geschaffen, der sich auch zukünftig der kommerziellen Nutzung verwehrt. Im aktuellen Kontext der Diskussion um Urheberrechte im Internet, der Patentierung von Software und der steigenden Tendenz zur Monopolisierung von Wissen wird ein exemplarisches Gegenmodell manifestiert, das gemeinschaftliches Wissen fördert.
Im Kunst- und Kulturbereich werden Freiräume geschaffen, die sich dem Korsett der monetären Verwertbarkeit entziehen und Qualitätsstandards für partizipative Projekte mitgestaltet.
Im Sinne der Philosophie von „copyleft“ und „Open Source“ dürfen die in den CR veröffentlichten Modelle nur zur Demokratisierung der Gesellschaft verwendet werden. Die „Creative Commons License“ sichert, dass jede Adaption bzw. Weiterentwicklung von deren AutorInnen wieder in den CR dokumentiert werden, um damit wiederum für Dritte kostenfrei zur Verfügung steht. Auf diese Weise werden die Projekt-Evolutionen dokumentiert und die Inhalte der CR ständig erweitert und diversifiziert.
Literatur und Links zum Thema
- Leonhard Dobusch (Hg), Christian Forsterleitner (Hg): Freie Netze. Freies Wissen. Echomedia Verlag Gmbh 2007, ISBN 3901761640
- Freie Netze. Freies Wissen. (obiges Buch als Online- bzw. PDF-Download-Version)

